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Australien-Blues

3. Oktober 2012 um 22:35

Hallo meine Lieben.

Ich bin auf der Suche nach Menschen, die ein bisschen verstehen können, was in mir vorgeht. Ich bin sehr unglücklich momentan. Ich bin im Februar diesen Jahres von meinem halbjährigen Auslandsaufenthalt zurückgekommen. Ich war fünf Monate in Australien, einen Monat in Neuseeland und bin dann noch über die USA zurückgeflogen (zwei Wochen L.A. bzw. New York). Das war die schwerste und schönste Zeit meines Lebens.

Ein Grund meiner Reise war u. a. dass ich dringend Abstand zu meinem Freund gebraucht habe. Die Beziehung war ziemlich im Eimer bevor ich geflogen bin. Nunja, auch während meiner Reise konnte ich nie ganz von ihm loslassen, habe nur noch an unsere schönen Zeiten gedacht hatte zwei Panickatacken, als ich dachte, wir sehen uns nie wieder. Das war wirklich schlimm. Da ist sehr viel Gefühl und vielleicht ist er es, die Liebe meines Lebens

Australien war einfach so genial ich bin so selbstbewusst geworden, habe so viele wunderbare Menschen kennengelernt wunderbare Natur gesehen. Beeindruckendes erlebt und gesehen, was hier niemand kennt, geschweige denn versteht. Ich habe unglaublich viel von dort mitgenommen. Energie, Kraft, Mut, Lebensfreude, neue Pläne, Ziele und Träume. Ich kann das alles, was ich erlebt habe, nicht in ein paar Sätzen zusammenfassen vielleicht verstehen andere Globetrotter mein Gefühl?

Es gibt eigentlich zwei Dinge, die mein Herz schwer werden lassen. Die Beziehung zu meinem Freund und mein Beruf. Nach meiner Rückkehr, war alles so wunderbar in mir. Ich war so glücklich, zufrieden und innerlich ausgeglichen. Auch die Zweifel meinem Freund gegenüber waren verschwunden. Er hat wenige Tage nach meiner Rückkehr immer Späße gemacht, wir könnten heiraten, so dass wir es dann beschlossen haben. Ein echter Antrag wäre schöner gewesen, aber er sagte, er wäre nicht kreativ und mutig. Ich bin so unglücklich, weil meine Gefühle einfach nicht stimmen wollen. Ich will es nach sechseinhalb Jahren immer noch nicht wahrhaben, dass mein Herz meine erste große Liebe nicht mehr will. Oder doch? Ich will so gern heiraten, ich habe seit langem einen Kinderwunsch, der immer stärker wird. Ich wäre eine gute Mama. Aber alles kehrt zurück. Er ist zwar oft stur, aber ein ganz lieber. Kann mir nicht vorstellen, jemals einen anderen Mann zu lieben oder er mich. Körperlich mein Stechen im Brustkorb, mein Gefühl der Eingeengtheit, Traurigkeit, Abneigung meine Gereiztheit und Nörgeln alles könnte so schön sein. Er will ein Haus kaufen. Ich möchte das eigentlich auch. Sehr sogar. Nach diesem Alltag habe ich mich zum Ende meiner Reise gesehnt. Das ist doch toll. Aber es fühlt sich anders an.

Zwei Wochen nach meiner Rückkehr hätte ich schon wieder meinen Rucksack packen können. Wenn mein Freund sieht, dass ich auch nur kurz auf Reiseseiten bin, bekommt er nen halben Ausraster. Er versteht das nicht. Er kann es auch nicht haben, wenn ich über Australien rede, macht alles schlecht, wahrscheinlich weil es ihn traurig macht, er hat ein halbes Jahr auf mich gewartet. Dabei will ich noch so viel sehen.

Ich bin gelangweilt. Vom Leben hier in DE. Ich bin frustriert über die Menschen hier. Ich war zwar in keinem armen Land, aber mir scheint hier trotzdem alles so negativ viele hier sind so unfreundlich und egoistisch, konsumgeil und oberflächlich, schaden der Natur und den Tieren. So herzlos. So schwer, viele machen sich das Leben so schwer, dabei kann es so geil sein.
Hinzu kommt, dass ich jeden Tag an meinem Büroschreibtisch sitze und ich mich so fehl am Platz fühle. Es fühlt sich so falsch an. Diese Welt ist so groß und so wunderschön. Ich habe so viel Respekt vor der Natur bekommen, mag auch kein Fleisch mehr essen. Ich sitze am Schreibtisch und muss mich von meinem Chef anmotzen lassen, irgendwelche Akten sortieren was für ein Quatsch, wie sinnlos das doch ist? Warum bin ich Bürokauffrau geworden? Weil ich keine andere Ausbildung gefunden habe warum habe ich nicht studiert, was mein Herzenswunsch war? Ich würde so gern mit Kindern arbeiten, ich liebe Kinder. Erzieherin wäre schön... Ich kann die Welt nicht verändern, aber doch etwas sinnvolles tun? Ich kann momentan einfach nur den Kopf schütteln über alles. Ertappe mich dabei, wie ich nach nem Lonley Planet für Afrika gucke nach Voluneerarbeit. Ich war in meiner Jugend krank und habe viel verpasst bin etigentlich erst von ca. einem bis eineinhalb Jahren so richtig angefangen zu leben. Ich bin immer sehr ruhig gewesen und habe jetzt so langsam das Gefühl mich selbst gefunden zu haben. Bin innerlich sehr verzweifelt. Die Hochzeit ist mein Mädchentraum, ich bin sehr romantisch. Meine Mama will bald mit mir nach einem Brautkleid schaun.
Diese innere Zerissenheit und meine Unruhe macht mich kaputt. In Australien hätte ich nie gedacht, dass ich mich so fühlen würde. Ich will mehr vom Leben.

Geht oder ging es jemandem ähnlich?

LG

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20. Dezember 2012 um 22:19

Was macht der Austrlien-Blues?
Hallo, bin zufällig über Deinen Text gestolpert und fand es merkwürdig dass Dir noch niemand geantwortet hat. Wie gehts Dir nun damit so kurz vor Weihnachten? Grüsse Anja

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